Der Zweiachsanhänger:

Am 24.06.2001 spät abends entschloß ich mich, bei der VEBEG für einen Anhänger mitzubieten. Nachdem bereits am nächsten Tag schon Gebotsschluß war, bin ich dann auch nicht mehr dazu gekommen, mich über diesen speziellen Hänger zu informieren. Also habe ich mal wieder blind ein Gebot abgegeben. Erfolgreich, wie man sieht.
Nachdem ich vorher schon einmal einen Hänger der gleichen Sorte besichtigt hatte, wußte ich in etwa, was mich erwartet. Bei der ersten Besichtigung habe ich auch gesehen, daß die BW-Anhänger grundsätzlich mit NATO-Zugöse ausgestattet sind. Diese sind aber relativ einfach gegen die zivile Version auszutauschen. Vorraussetzung ist jedoch, daß die zivile Zugöse beiliegt, was sie im ersten Fall nicht tat.
Daher lieh ich mir eine Zugöse von jemanden, der den gleichen Hänger hat, damit ich beim Abholen den Hänger auch aus der Kaserne ziehen kann.
Sehr angenehm war es auch, daß sich der Jörg gleich bereiterklärt hat, mitzukommen. Es ist immer gut, jemanden dabei zu haben, der schon länger mit dem Schraubenschlüssel hantiert. Außerdem sorgte er für das richtige Werkzeug für die Öse (wer hat im Normalfall schon einen 65er Schraubenschlüssel rumliegen). Für alle Eventualitäten gerüstet und mit allen nötigen Papieren bewaffnet, ging es dann nach Saarlouis, wo das Gerät auf mich wartete.
Ich war sehr erfreut über den Zustand des Hängers. Im Vergleich mit dem ersten besichtigten Hänger war es ein meilenweiter Unterschied. Er dürfte wohl der beste von den dreien auf dem STOV-Hof gewesen sein. Gerade neu bereift und voll ausgestattet mit allem Zubehör. Auch die Plane war noch vollständig. Erfreulich war auch, daß die zivile Zugöse mit dabei war. So war der Wagen nach einer guten Stunde schon abfahrbereit.


Die Heimfahrt verlief ohne größere Zwischenfälle. Den Zug habe ich dann erst einmal über Nacht ins Gewerbegebiet gestellt.
Am nächsten Morgen dann Antreten beim TÜV. Hauptuntersuchung nach §29 war angesagt. Der recht wortkarge Prüfer stellte sich mehr als umständlich an. So nach dem Motto, lieber minutenlang am verhedderten Prüf-Schlauch ziehen, als sich einmal helfen zu lassen, und wenn dann auch nur durch einen extra herbeigerufenen Kollegen. Irgendwann war aber auch das überstanden. Ergebnis: Die Bremse muß überholt werden, weil zu schwach. Korrosion des Druckkessels und eine klappernde Bordwand. Nichts Besorgnis Erregendes, das ist wohl nicht allzuschwer in Ordnung zu bringen. Nur für die Plakette hat es nicht gerreicht. Also werde ich in vier Wochen wieder bei dem Verein antreten, und mein Werk präsentieren.



Nachdem die Bremse überholt ist und ein neuer Druckluftkessel angebaut ist, habe ich jetzt auch ohne größere Probleme TÜV bekommen und den Anhänger zugelassen.



Soweit, so gut......

Doch es kann der Beste nicht in Frieden lebe, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
In diesem Fall war der "böse Nachbar" das hiesige Ordnungsamt. Obwohl der Anhänger hundertprozentig legal in einem Gewerbegebiet stand, erhielt ich eine Anzeige wegen falschem Parken. Als ich daraufhin zum Amt ging und die Sache richtig stellte, entließ mich der Vorgesetzte HiPo etwa mit den Worten "seien Sie sich nie sicher, daß sie richtig stehen, wir können immer was gegen sie unternehmen". In diesem Falle wurden drei Tage später 12 (!!!) Halteverbotschilder an der Straße aufgestellt, auf der der Anhänger stand. Auch alle anderen Gewerbegebiete im Umkreis von 5km wurden mit solchen Schildern gepflastert.

Ich hatte mich also jetzt endgültig entschlossen, den technisch super erhaltenen Anhänger wieder zu verkaufen, denn das was er an Nerven und Geld kostete, war er im Nutzen leider nicht wert. Am 15.11.2001 also verkaufte ich ihn zu einem sehr guten Preis an einen kroatischen Landwirt, der sich sehr über den Anhänger freute.

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